Offset-Lithographie mit Silber auf Papier, von Takashi Murakami handsigniert. Nummerierte Auflage von 300 Exemplaren. Herausgegeben von Kaikai Kiki Co. Ltd, Japan.
Die Serie And Then... von Takashi Murakami gehört zu den markantesten Werkgruppen seines Schaffens und kreist um Mr. DOB, eine Figur, in der sich japanische Massenkultur und zeitgenössische Kunst auf eigentümliche Weise verdichten. Als Hybrid aus Anime-Sprache, Konsumikonografie und Anklängen an die japanische Bildtradition konzipiert, ist Mr. DOB zu einem der klarsten Zugänge zu Murakamis Bildwelt und zum Kosmos von And Then... geworden.
Auf den ersten Blick besticht die Serie durch ihre intensive Farbigkeit und ihre scheinbare Unmittelbarkeit. Gesättigte Farben, gerundete Formen und präzise ausbalancierte Kompositionen verweisen auf die Welt der Unterhaltung und auf die Anziehungskraft des kawaii-Universums. Bei genauerem Hinsehen beginnt sich Mr. DOB jedoch auf irritierende Weise zu verändern: Das Gesicht vervielfacht sich, das Lächeln wirkt zunehmend übersteigert, und die Figur schwankt zwischen vertrauter Verspieltheit und etwas deutlich Unheimlicherem. In manchen Fassungen zerfällt sie beinahe vollständig und lädt die Bildfläche mit einer chaotischen Energie auf, die sich kaum noch bändigen lässt.
Diese fortschreitende Mutation verweist auf eine der zentralen Fragen in Murakamis Werk: das Spannungsverhältnis zwischen Niedlichkeit und Monstrosität, zwischen kommerzieller Attraktivität und künstlerischer Eigenständigkeit, zwischen Identität und Auflösung. Indem Mr. DOB immer wieder wiederholt wird, wird er mehr als nur eine Figur; er wird zu einem visuellen Instrument, mit dem Murakami Standardisierung, Massenreproduktion und den Verlust von Originalität innerhalb der gegenwärtigen Bildkultur untersucht. In diesem Sinn berührt die Serie auch weiter gefasste Debatten rund um das Sammeln zeitgenössischer Kunst in einer Epoche, die von Zirkulation, Markenlogik und visueller Übersteigerung geprägt ist.
Über ihre unmittelbare Wirkung hinaus bündelt And Then... Murakamis anhaltende Kritik an Konsumgesellschaft und Globalisierung. Die Serie übernimmt nicht einfach die Sprache der Populärkultur, sondern macht sichtbar, wie eng Kunst und Unterhaltung inzwischen ineinander übergegangen sind, bis beide beinahe dieselbe Logik widerspiegeln. Genau hier wird auch der Dialog mit der Pop Art besonders aufschlussreich, auch wenn Murakamis Position darüber hinausgeht: Massenkultur erscheint bei ihm nicht nur als Motiv, sondern als die Bedingung selbst, unter der Kunst produziert und verbreitet wird.
Im Lauf der Zeit hat sich And Then... zu einer der bekanntesten Serien Murakamis und zu einem wichtigen Bezugspunkt innerhalb der Gegenwartskunst entwickelt. Ihre Bildsprache, die in unterschiedlichen Formaten und Kontexten zirkuliert, lotet bis heute die Grenze zwischen Exklusivität und Wiederholung, zwischen singulärem Werk und serieller Bildproduktion aus. Wer sich dafür interessiert, wie Druckgrafik innerhalb dieses weiteren Feldes funktioniert, findet in 5 reasons to become a fine art prints collector eine hilfreiche ergänzende Perspektive.