Offsetlithografie mit Kaltfolienprägung und Siebdruck mit glänzendem UV-Lack auf Papier, von Takashi Murakami handsigniert und nummeriert. Limitierte Auflage von 300 Exemplaren, herausgegeben von Kaikai Kiki Co.
Kansei: Fresh Blood kreist um einen Begriff, der im japanischen Denken eine besonders vielschichtige Bedeutung besitzt. Das Wort kansei wird meist mit Sensibilität, Wahrnehmung und der kultivierten Erfahrung von Schönheit in Verbindung gebracht und bewegt sich deshalb seit jeher zwischen Ästhetik, Philosophie und Design. In Murakamis Händen eröffnet der Titel einen Raum, in dem emotionale Intensität und visuelle Intelligenz zusammenfinden, getragen von einer Bildsprache, die durch Superflat, zeitgenössische Bildkultur und den fortwährenden Dialog des Künstlers mit der japanischen Tradition geprägt ist.
Auch wenn der Begriff heute häufig in Bereichen wie Technik oder Design verwendet wird, ist seine Resonanz im künstlerischen Feld besonders reich. In diesem Zusammenhang lässt sich kansei als gesteigerte Aufmerksamkeit für Form, Empfindung und Schönheit verstehen, also als etwas, das weit über den bloßen Schein hinausgeht. Gerade deshalb wirkt der Titel für ein Werk Murakamis so treffend, dessen Praxis immer wieder die Grenze zwischen sinnlicher Wirkung und gedanklicher Tiefe auslotet, wie sich in seinem visuellen Universum deutlich zeigt.
Der Untertitel, Fresh Blood, bringt eine zusätzliche Spannung ins Spiel. Er spricht von Erneuerung, Vitalität und Wandlung, zugleich aber auch von einer gewissen Rohheit, als würde Murakami die Schönheit in ein aufgeladeneres und unmittelbares Register überführen. Diese Doppelbewegung ist für sein Werk zentral, in dem polierte Oberflächen und intensive Farben neben komplexeren Überlegungen zu Wahrnehmung, Emotion und kulturellem Gedächtnis stehen. In diesem Sinn fügt sich die Arbeit ganz selbstverständlich in das Feld der zeitgenössischen Kunst ein, in dem visuelle Verführung und kritischer Gehalt häufig Hand in Hand gehen.
Auch aus technischer Sicht ist das Werk besonders überzeugend. Die Verbindung von Offsetlithografie, Kaltfolienprägung, Siebdruck und glänzendem UV-Lack verleiht dem Bild eine vielschichtige und äußerst ausgearbeitete Präsenz, ganz im Sinne von Murakamis Interesse an Arbeiten, die sowohl durch ihre visuelle Direktheit als auch durch ihre materielle Raffinesse wirken. Diese Verfahren lassen sich im Zusammenhang mit Artetramas Beiträgen zu Folienprägetechniken, UV-Lackierungen und dem Siebdruck lesen, die anschaulich machen, warum seine Editionen innerhalb der zeitgenössischen Druckgrafik eine so besondere Stellung einnehmen.
Wie viele von Murakamis Editionen verbindet auch Kansei: Fresh Blood konzeptuelle Ambition mit einer äußerst kontrollierten Oberfläche und bringt serielle Produktion mit einer unverwechselbaren künstlerischen Handschrift zusammen. Die Auflage von 300 Exemplaren sowie die Handsignatur und Nummerierung steigern zusätzlich die Attraktivität für Sammler, die sich für technisch anspruchsvolle Druckgrafik interessieren. Für alle, die Murakamis Fähigkeit schätzen, japanische Ästhetik, zeitgenössische Bildkultur und materielle Innovation miteinander zu verschmelzen, ist dieses Werk ein besonders überzeugendes Beispiel.