Offset-Lithografie mit Kaltprägung auf Papier, von Takashi Murakami eigenhändig mit Silberstift signiert und innerhalb einer limitierten Auflage von 300 Exemplaren nummeriert. Herausgegeben von Kaikai Kiki Co., Japan.
Homage to Francis Bacon: Study for Head of Isabel Rawsthorne gehört zu jenen Arbeiten, in denen Takashi Murakami seine besondere Fähigkeit zeigt, zwischen scheinbar gegensätzlichen Welten zu vermitteln, zwischen dem Kanon der westlichen Kunst des 20. Jahrhunderts und einer radikal zeitgenössischen japanischen Popästhetik, ohne dabei je seine unverwechselbare Handschrift zu verlieren. Die Hommage erscheint hier nicht als bloßes Zitat, sondern als kluge und selbstbewusste kulturelle Übersetzung im Zeichen des japanischen Superflat.
Ausgehend von Francis Bacons Porträts der Künstlerin, Muse und Modellfigur Isabel Rawsthorne, einer prägenden Erscheinung der Londoner Nachkriegsszene, versucht Murakami nicht, Bacons existentielle Wucht nachzuahmen. Vielmehr überführt er sie in seine eigene Bildsprache: scharfe Konturen, leuchtende Farben und eine radikale Flächigkeit, die alles andere als oberflächlich wirkt.
Das verzerrte Gesicht, das bei Bacon als Sinnbild einer krisenhaften menschlichen Existenz erscheint, wird bei Murakami zu einer Art Pop-Maske: grotesk, zweifellos, zugleich aber von einer eigentümlichen Verführungskraft, als hätte sich das Trauma in Neon gekleidet. Innere Gewalt schlägt in ästhetische Explosion um; die Angst nimmt die Form eines schönen, verstörenden und bewusst ambivalenten Bildes an, das sich ganz selbstverständlich im Feld der zeitgenössischen Pop Art verorten lässt.
Der goldene Hintergrund dieser Edition ist dabei weit mehr als dekoratives Beiwerk. Er ist eine bewusste Setzung, die dem Werk beinahe liturgische Würde verleiht. Gold, traditionell dem Sakralen vorbehalten, rahmt hier das Verstörende, das Mehrdeutige und das emotional Zersplitterte, als wolle Murakami daran erinnern, dass auch das Profane seinen Altar verdient.
Vom Künstler handsigniert und von Kaikai Kiki Co. Ltd. in einer limitierten Auflage von 300 Exemplaren veröffentlicht, erweist sich diese Offset-Lithografie als ein eigentlicher Kreuzungspunkt unterschiedlicher Zeiten und Empfindungen: zwischen Bacons psychologischem Drama und Murakamis philosophischer Ironie, zwischen Porträt als Seelenerkundung und Porträt als kultureller Maske. Wer tiefer einsteigen möchte, findet außerdem weiterführende Informationen zu Takashi Murakamis limitierten Editionen sowie zur Lithografie.
Statt Isabel Rawsthorne einfach abzubilden, ruft das Werk sie als Symbol auf — für Schönheit, Widerspruch und jenen unruhigen Blick, mit dem wir uns selbst begegnen, wenn uns die Kunst einen Spiegel vorhält.